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Kurt(z)Weill - Ein Kurt Weill Abend

 

„Ich mache jetzt die Jahre durch, wo der Künstler ständig auf dem Pulverfass ist, wo unverbrauchte Energien sich explosiv entladen müssen“, schreibt Kurt Weill 1925 an seine Eltern. Seine Biografie ist gekennzeichnet von Brüchen und explosiven Kräften, welche eine Musik voller Intensität und Hingabe, Individualität und Kontrapunkt, Reichtum und Stille hervorbringen. Dazu die poetischen und epischen Einflüsse Brechts, Jean Cockteaus oder Ira Gershwins in Deutschland, Frankreich und Amerika. 

Der „gesprengte Rahmen“ eines kurzen Lebens in einem grenzen- und zeitlosen musikalischen Lebenswerk: „sei bedankt für all dieses Glück, mein angebetetes Leben.“

 

Gesang: Julia Boegerhausen

 

Piano: Björn Bewerich 

Regie: Andreas Rüdiger

Dramaturgie: Ina Lamann

Foto: Pawel Sosnowski


Im Gedenken an die Opfer der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 erinnern wir mit einem musikalisch-literarischen Programm an den jüdischen Görlitzer Schriftsteller und  Verleger Ludwig Kunz (1900–1976). Dr. Steffen Menzel präsentiert gemeinsam mit Franziska Schubert Dokumente, Bilder und Texte aus dem Nachlass von Ludwig Kunz, die einen herausragenden Görlitzer Bürger porträtieren. Die Künstler Julia Boegershausen (Gesang) und Björn Bewerich (Klavier) spielen dazu ein Konzert aus zeitgenössischen Musikstücken sowie neu vertonten Texten und Gedichten.
 
Gesang: Julia Boegershausen
Piano: Björn Bewerich
Lesung: Franziska Schubert, MdL
Lesung: Dr. Steffen Menzel, Oberlausitzissche Bibliothek der Wissenschaften
Ludwig Kunz wurde in Görlitz geboren und entstammte einer jüdischen Fabrikantenfamilie. 1938 floh er aus Görlitz, in einer „Nacht- und Nebelfahrt" in die Niederlande, wo er nach dem 2. Weltkrieg zu einem anerkannten Autor, Übersetzer und Brückenbauer zwischen deutscher und niederländischer Kultur wurde. Aus dem Exil kehrte er nie mehr in seine Geburtsstadt zurück – die Stadt, in der er eine bedeutende Rolle in der Kunstszene und dem Geistesleben der 1920er und -30er Jahre spielte. In der von Ludwig Kunz ihm herausgegebenen Zeitschrift „Die Lebenden“ publizierten Künstler wie Johannes Wüsten, Fritz Neumann-Hegenberg, Max Hermann-Neiße und Thomas Mann. Seinen Nachlass mit Büchern, Zeitschriften, persönlichen Dokumenten und Erinnerungsstücken bewahrt die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften zu Görlitz.

 


Mein Milljöh - Ein Claire Waldoff Portrait

 

 

Schnauze vorneweg und das Herz am Fleck, so erscheint uns die eigentlich aus dem Ruhrgebiet stammende Original Berliner Schnauze Claire Waldoff, der Kabarettstar mit kesser Zunge und kratziger Stimme schlechthin. Aber nicht die scheenen Beene oder die schlanke Linie waren ihr Markenzeichen: der triumphale Erfolg der Göre mit rotem Bubikopf, die gerne in Herrenkleidern auftrat, ist ihrer Frechheit, Emanzipation, Direktheit und Freundschaft zu verdanken. Freuen Sie sich auf musikalische Begegnungen mit den Menschen, die auf Grund ihrer politischen, gesellschaftlichen oder persönlichen Einstellung gegen die menschenverachtenden Regime des beginnenden 20. Jahrhunderts für ihr Leben und ihre Kunst kämpfen mussten: Tucholsky, Holländer, Bry, W.+W. Kollo, Zille und natürlich Claire Waldoff, in „unserem" Milljöh.

 

Gesang: Julia Boegershausen

Piano: Björn Bewerich

Regie: Andreas Rüdiger

Foto: Pawel Sosnowski

 


"Ein einzger Augenblick..."
Musikalische Museumsführung durch 1000 Jahre schlesische Geschichte
Sie sind eingeladen, die schlesische Geschichte bei einem musikalisch-literarischen Rundgang durch das Schlesische Museum zu erleben. Julia Boegershausen und Björn Bewerich präsentieren in Liedern und Texten Höhen und Tiefen einer mitteleuropäischen Region von Rang. Die Künstler erwarten Sie mit ihren Instrumenten und Darbietungen inmitten historischer Zeugnisse und umgeben von der eindrucksvollen Renaissancearchitektur des Schönhofes. 
Lassen Sie sich von heiteren und nachdenklichen Liedern mitnehmen in Schlesiens bewegte Vergangenheit und entdecken Sie das Land für sich neu.
Foto: Pawel Sosnowski
Treffpunkt: Im Foyer des Museums
Preis: 20 Euro, Kartenvorverkauf an der Museumskasse.
Begrenzte Teilnehmerzahl, wir bitten um vorherige Anmeldung: Tel. 03581 / 87910, kontakt@schlesisches-museum.de

Konzertprogramm "Lidl fun Wey un Glik"

 

Jiddische Lieder "vom Weh und Glück", gesungen und gespielt von Julia Boegershausen und Björn Bewerich. 

Alte und neue jiddische (Volks-)Lieder erlauben einen Blick ins Gestern und Heute, einen Eindruck einer so reichen Kultur, mit ihren Liebes- und Scherzliedern, Sehnsuchtsmelodien, Theaterkompositionen, Protest- und Familienliedern. Herzige Geschichten, weinende Musik, spöttischer Humor und ein Hauch von Liebe verraten ein kleines Bissele über „Wey un Glik“. Originalschauplätze des jüdischen Theaters, Clubs, kleine Bühnen oder die Straße können an diesem Abend Hejm und Bühne sein.


Erich Kästners 

„Die dreizehn Monate“ und andere Ungereimtheiten

 

„Die 13 Monate“ gilt als eins der romantischsten und idyllischsten Werke Erich Kästners, das bezeichnend für seine späte Schaffenszeit ist. Dieser Gedichtzyklus ist in den 50er Jahren entstanden. Kästner selbst erklärt im Vorwort, er schreibe die Gedichte als „ein Großstädter für Großstädter“, der sich auf die Schönheit des Kreislaufs der Jahreszeiten und der Natur besinnen wolle. Julia Boegershausen und Björn Bewerich bieten dieses unverwechselbare Werk in 13 Gedicht-Liedern, welches vom Komponisten Manfred Schmitz für Gisela May vertont wurde, dar und lassen damit den Schriftsteller Kästner mit seiner Kindheit in der Hosentasche, der Liebe zu Entwicklungen und seinen Fragen an die Moral ganz lebendig werden.

Weitere Texte dieses streitbaren Schriftstellers spannen an diesem Abend den Bogen in eine gesellschaftliche und politische Ebene, welcher an Aktualität nichts zu wünschen übrig lässt.

 

Gesang: Julia Boegershausen

Piano: Björn Bewerich


„Von Wahrheiten und Tatsachen“ - Chansonprogramm

 

Seien wir mal ehrlich. Ein bisschen Leichtsinn kann nicht schaden (gerade in "großen Zeiten", wie diesen und jenen, in denen die "Welt klein geworden", und "sein Kragen noch nicht mal sonntags rein" ist)! Lola, Barbara und Dieter können wohl mehr als ein Lied davon singen: vom tränenreichen Sommercocktail, von der Sensation im Zoo, dem Ball im Ziegenstall und von der morgigen Schlagzeile in der Tageszeitung. Erleben Sie einen heiter-vergnügt-frech-melancholischen Abend bedenken Sie ganz ehrlich: „das Leben ist immer lebensgefährlich“!

 

Gesang: Julia Boegershausen

Piano: Björn Bewerich

Foto: Pawel Sosnowski